Promover Brasil

Kalenderprojekt zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Brasilien

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Kalender 2010

Link zu den Vorjahres-Kalendern: http://promover.ch/kalender/ ¦    Beschreibung zu den Bildern als PDF

Januar
Dieses Stillleben entdeckte ich in der Favela „Coquinho“ in Piedade bei Recife. Kaum mehr als einen Kilometer vom Strand entfernt, trifft man hier auf kaum vorstellbare Armut. Je weiter ich gehe, umso stärker mach sich in mir ein Gefühl der Traurigkeit und Hilflosigkeit breit.

Februar
Am Eingang der Favela „V8“ in Olinda entstand dieses Foto. All zu leicht könnte die Aufnahme über die harte Realität hinweg täuschen: Der Kampf ums Überleben inmitten von Armut und umgeben von Gewalt. Hier in der Nähe lebt Débora, ein 13 Jähriges Mädchen mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Häuschen aus Karton und dünnen Holzplatten. Fliessendes Wasser und Toiletten gibt es nicht.

März
Lustig gings zu und her, als diese Mädchen bei der Renovation des Trainigsplatzes der Capoeiragruppe von „Meister Ruy“ halfen. Die Farbe landete allerdings nicht immer dort, wo wir das eigentlich wollten. Meister Ruy unterrichtet etwa 70 Kinder in Capoeira, dem brasilianischen Kampftanz. Gelehrt werden Werte wie Disziplin, Respekt vor Mitmenschen und Verantwortung.

April
Viele Jahre war ich in einem der Hochhäuser bei Freunden zu Gast und hätte mir nie träumen lassen, dass nur 15 Minuten vom Strand entfernt eine ganz andere Welt beginnt. In kaum einem anderen Land ist die Schere zwischen Arm und Reich so weit geöffnet. Die Reichsten 10% des Landes besitzen 65% des Wohlstandes, die ärmsten 40% nur 7%. Und die ärmsten 10% dürfen nur unglaubliche 0,6% ihr Eigen nennen.

Mai
In Olinda gelang mir dieser Schnappschuss. Einst die reichste Stadt Brasiliens, ist heute nichts davon übrig geblieben. Geblieben ist aber der Charme des historischen Teils und die Ernennung zum Weltkulturerbe. Jeder, der schon mal auf dem höchsten Punkt der Stadt stand, wird den Ausruf der Eroberer nachvollziehen können: „Oh Linda“, wie schön.

Juni
Dieses Bild möchte einen Eindruck vermitteln, wie es vielerorts aussieht, wenn man sich etwas von den Hauptverkehrsadern entfernt. Vier Wände, vorne und hinten ein Fenster und eine Türe, ein löchriges Wellblechdach, das ist das Maximum, was sich ein Favela-Bewohner leisten kann.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: Wenn das Feuer den Topfboden durchgebrannt hat, weisst Du, was Armut ist.

Juli
Ayla habe ich noch nie traurig gesehen, auf allen anderen Fotos ist sie mit einem breiten Lachen zu sehen. Trotz schwierigster Lebensbedingungen, in denen Kinder in Favelas aufwachsen, sind sie auf meinen Fotos meist fröhlich lachend zu sehen.

August
Bis vor wenigen Jahren verstopften tausende von ihnen die Strassen von Recife. Als billiger Alternativtransport, genannt „Micro-Ônibus“ gehörten sie zum Strassenbild und auch ich bin oft mitgefahren, auch wenn der Fahrzustand nicht weit entfernt war von demjenigen auf dem Foto. Während der Fahrt wird einem dann eindrücklich demonstriert, woher der Ausdruck „wie in einer Sardinenbüchse“ kommt.

September
Lucas lebt mit seinen Brüdern Samuel und Matheus und sieben weiteren Personen in einem bescheidenen Häuschen in der Favela „Planeta dos Macacos“ (Planet der Affen). Kaum können wir uns vorstellen wie es ist, mit einer zehnköpfigen Familie auf weniger als 50m2 leben zu müssen

Oktober
Dieses Bild lässt viele Interpretationen zu. Auf jeden Fall markiert dieser Mast das Ende der Zivilisation. Nach ihm kommt nur noch ein Mast, ohne Lampe, dann Sumpfgebiet. Das Bild entstand gegenüber vom Novemberbild und nur wenige hundert Meter vom Januarbild.

November
Mindestens ein Viertel der Bevölkerung in Brasilien lebt unterhalb der Armutsgrenze. Der Zustrom der nach Arbeit suchenden Landbevölkerung in die Grossstädte lässt zahlreiche Elendsquartiere, so genannte Favelas, entstehen. Dort leben die Menschen unter einfachsten und oft notdürftigen Verhältnissen. Sie leiden nicht nur unter materieller Not, sondern in überdurchschnittlichem Masse auch unter Krankheiten, Kriminalität und den Folgen von Unwetter.

Dezember
Armut und Verwahrlosung lässt in Brasilien Kinder und Jugendliche ihr Zuhause aufgeben, um auf der Strasse eine Einkommensmöglichkeit zu suchen. Das Leben auf der Strasse ist einerseits verlockend, anderseits äusserst brutal. Der Weg in die Prostitution, Gewalttätigkeit und Drogenszene ist vorgezeichnet. Die älteren Schwestern von Lara haben diesen Weg zu meinem Bedauern bereits gewählt.

Eine Antwort zu “Kalender 2010”

  1. [...] Kalender 2010 [...]

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