Promover Brasil

Kalenderprojekt zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Brasilien

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Abenteuer Fahrrad

Geschrieben von Patrick Bucher - 08/01/2012

Als ich gegenüber einem Freund erwähnte, dass ich ein Fahrrad kaufen wolle, sagte zu mir: „Ich kann Dir meines ausleihen. Es ist sehr gut.“
Als ich es am nächsten Tag abholen ging, sah die Realität dann doch etwas anders aus. Es hatte keine funktionierenden Bremsen, die Räder eierten und viele Schrauben waren lose. Öl und Fett hatte es seit der Herstellung offenbar auch nicht mehr gesehen. Ich liess mir nichts anmerken und machte mich auf den zum Glück kurzen Heimweg.
Am nächsten Tag stand als erstes die Instandstellung des Bikes auf dem Plan. Voller Optimismus suchte ich eine Werkstatt in der Nähe auf. Ich kaufte die fehlenden Bremsklötze und Schrauben für 3 Reais (umgerechnet ca. Fr. 1.50). Für die Montage verwies mich die Verkäuferin an einen der Mechaniker im Nebenraum. Dort schraubten mehrere Mitarbeiter am Boden sitzend ziemlich lustlos an verschiedenen Fahrradleichen herum. Die Bremsklötze waren bald montiert, aber als ich den Mechaniker bat, die Inbusschrauben der Federung anzuziehen, schüttelte er den Kopf und murmelte, er habe das passende Werkzeug nicht. Wie sich herausstellte, musste ich für die Arbeit nichts bezahlen, sie ist im Kaufpreis inbegriffen. Die Lustlosigkeit der Mitarbeiter war somit erklärt.
Als nächstes besorgte ich mir passendes Werkzeug, einen Öl Spray und vor allem ein funktionierendes Schloss. Nach meinen Wartungsarbeiten war nun der Bremsweg halbwegs zufriedenstellend. Für eine Notbremsung würde es allerdings nicht reichen, wie sich später herausstellte.
Ich wagte mich schliesslich trotz allem auf die am Meer entlang führende Hauptstrasse, wo es nach einigen Kilometern einen Fahrradweg gibt.  Als Fahrradfahrer ist man für motorisierte Verkehrsteilnehmer allerdings nur störendes Treibgut, welches man mehr oder weniger geschickt umfährt oder im schlimmsten Fall überfährt. Deshalb ist es aus Sicherheitsgründen besser, man fährt auf der linken Seite oder noch besser in Gegenrichtung. Man vermeidet so, dauernd von haltenden Bussen, Autos etc. ausgebremst zu werden.
Auf dem Rückweg versuchte ich es dann auf dem letzten Stück doch auf der rechten Seite. Ein mich überholender Bus zog plötzlich vor mir nach rechts an den Strassenrand und bremste brutal, weil eine Passantin Handzeichen zum Halten gab. Unter Zuhilfenahme der Schuhsohlen konnte ich knapp eine Kollision vermeiden. Ich überholte den Bus nun meinerseits und verpasste es nicht, dem Fahrer meine Meinung über seine Fahrkünste kundzutun.
Den Rest der Strecke legte ich dann auf einer Nebenstrasse zurück und erreichte nach etwa zwanzig Kilometern doch überraschenderweise lebend und ohne technischen Ausfall den Ausgangsort.

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