Promover Brasil

Kalenderprojekt zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Brasilien

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Meine erste Brasilienreise

Verfasst von Patrick Bucher am 06/11/2009

Ein talentierter Maler (mein Vater!) hat eines meiner besten Fotos mit Ölfarbe in Spachteltechnik realisiert.
Der Erlös aus dem Verkauf des Bildes kommt Projekten für Kinder im Nordosten Barsiliens zugute.
Der Richtpreis ist Fr. 800.–. Angebote bitte an pbucher(at)spamcop.net


boa viagem1

Der Strand „Boa Viagem“, Recife im Jahre 2000.
Dort wo ich das Bild aufgenommen hatte, ist inzwischen durch den Anstieg des Wasserspiegels und durch Stromungsänderungen wegen der Hafenerweiterung nur noch ein Bruchteil des Strandes vorhanden.
Auch die mobile Bar habe ich in späteren Jahren nie mehr gesehen.

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Kalender Promover 2010

Verfasst von Patrick Bucher am 30/10/2009

Schon sind über hundert Kalender verkauft. Vielen Dank an alle Spender und Gönner!

Danken möchte ich auch für das zahlreiche positive Feedback. Es gibt mir den Mut und die Kraft, das Projekt weiter zu führen.

http://promover.ch/kalender-2010/

Kalender 2010 in the air

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Feedback!

Verfasst von Patrick Bucher am 01/10/2009

Ab und zu erhalte ich ein Feedback für meinen Kalender.  Gestern erreichte mich diese Nachricht:

Die Bilder sind perfekt gewählt und strahlen trotz ihres traurigen Hintergrundes eine gewisse Schönheit aus. Vor allem die Bilder mit den Kindern gefallen mir besonders, da ich selber Bekannte in Brasilien habe, die Kinder haben. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Kalender nur auf Portugiesisch und Deutsch beschriftet ist, so wie ich es eigentlich schon immer wollte.

Ich bin dankbar für jede Anregung und auch Kritik und möchte deshalb daran erinnern, dass man nach jedem Blogbeitrag auf „Kommentar schreiben“ klicken kann. Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

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Débora

Verfasst von Patrick Bucher am 16/09/2009

Während meiner Brasilienreise diesen Sommer war für mich das Wichtigste, mein Patenkind Débora kennen zu lernen. Debora ist 13 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in einer Favela in Olinda. Da ich sie nur von den Berichten und Fotos her kenne, stehen natürlich auch viele gemischte Gefühle im Raum. Werden wir uns symphatisch sein? Kann ich ihren Erwartungen gerecht werden?
Beim Kinderhilfswerk „ÁGUA VIVA“ in Olinda bin ich mit Debora verabredet.
Plötzlich steht Débora vor mir. Ich bin überrascht, denn sie ist viel kleiner als ich sie mir vorgestellt habe. Auf den Fotos sieht sie so reif aus. Wir umarmen uns spontan, der Bann ist sofort gebrochen. Ich bin froh, denn ich spüre sofort, das wir die gleiche Wellenlänge haben.
Christoph und Leda von ÁGUA VIVA begleiten Débora, Divanha ihre Schwester, meine Tochter und mich zu ihrem bescheidenen Häuschen in der Favela. Auf dem Weg werden wir von vielen Augenpaaren beobachtet. Wenn ich mit dem Blick Kontakt mit den Leuten aufnehme, leuchten die sonst ernsten, zum Teil misstrauischen Augen sofort auf und mein Lächeln wird erwidert. So habe ich das Gefühl, dass diese Wohnumgebung mit all den Sorgen und dem Elend gar nicht so gefährlich sei.
Gerne möchte ich mich mehr umblicken, will aber auch nicht so neugierig wirken und versuche mich trotz den vielen Eindrücken möglichst neutral zu verhalten. Débora und Divanha sind spontan und unbekümmert, als wir bei ihnen zu Hause ankommen. Ihre Mutter hingegen schaut verlegen in den Himmel. Sie schämt sich für ihr zu Hause. Die kleine Behausung wurde aus allerlei verschiedenen Materialien gefertigt. Das Wellblechdach weist Löcher auf. Um Wasser zu haben, wurde eine öffentliche Leitung angezapft. Sanitäre Anlagen, dass finde ich am Schlimmsten sehe ich nirgends.
Als Analphabetin hat es Déboras Mutter doppelt schwer, jedoch will sie auch nicht an den ihr angebotenen Kursen um Schreiben und Lesen zu lernen, teilnehmen. Vielleicht braucht sie einfach die Zeit, um die Kraft zu finden, in dieser wirklich aussichtlosen Situation etwas verändern zu können.
Ich hoffe sehr, dass sich Débora über den Weg der Bildung neue Perspektiven bieten und ihr gute Voraussetzungen für den Start in ein weniger leidvolles Leben eröffnen werden.
Der Besuch des Hilfswerkes ÁGUA VIVA war für mich sehr eindrücklich und hat mich tief berührt.
Es zeigte sich mir auch deutlich, dass die Kinder ohne Hilfe von aussen geringe Chancen haben, der Hoffnungslosigkeit und der Armut zu entkommen und wie wichtig unsere Unterstützung ist, sei sie auch noch so klein.

Text von Irène Delfini, Promover Brasil

debora
Débora, ganz links

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Armut

Verfasst von Patrick Bucher am 12/09/2009

Wenn das Feuer den Topfboden durchgebrannt hat, weisst Du, was Armut ist.

Chinesisches Sprichwort

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Kalender 2010

Verfasst von Patrick Bucher am 20/08/2009

Der Kalender Promover Brasil 2010 ist fertig für die Produktion. Ich habe für 2010 Bilder zum Thema „Ich lebe in einer Favela“ gewählt.
Ich bin sicher nicht alleine mit der Ansicht, dass es einfach nicht gerecht ist, Milliarden von Staatsgeldern in Banken zu pumpen, während dem über eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern müssen.

Titel2010s

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Mein erster Favelabesuch

Verfasst von Patrick Bucher am 18/06/2009

Als mich meine damalige Brasilianische Freundin fragte, ob ich mitkommen wolle, ihre Schwester zu besuchen, dachte ich mir nicht viel dabei und sagte ja.
Wir fahren zuerst etwas mehr als eine Stunde mit dem Bus quer durch Recife. Die Hitze ist unerträglich, der Schweiss läuft an mir herunter. An Strand verschafft einem wenigstens eine stetige Brise etwas Linderung.
Als wir ankommen denke ich „endlich, geschafft“, aber nein, wir steigen um in einen alten, klapprigen VW-Bus. Es ist einer der vielen Alternativtransporte genannt „Micro-Ônibus“. Wie sich während der Fahrt herausstellt, ist mit „Micro“ der Platz gemeint, der mir zur Verfügung steht, denn die „Ladung“ ist inzwischen auf 12 Personen (9 Erwachsene und 2 Kinder) angewachsen. Jetzt weiss ich, woher der Ausdruck „wie in einer Sardinenbüchse“ kommt.
Nach einer weiteren halben Stunde, die mir wie eine Ewigkeit vorkommt, sind wir endlich da. Entlang der staubigen Piste sind winzige, aus allen möglichen gerade greifbaren Materialien gebaute Häuschen aufgereiht. Überall liegt Müll herum (Plastik, Steine, leere Flaschen….). Ein unangenehmer Geruch steigt einem in die Nase. Neugierige Blicke treffen mich und geben mir das Gefühl, hier fehl am Platz zu sein.
Wir gehen auf eines der Häuschen zu. Es hat keine Fenster. Nur eine zweigeteilte Tür, deren Oberteil offen ist, lässt etwas Licht ins Innere dringen.
Die Schwester begrüsst uns und bittet uns herein. Im winzigen Wohnzimmer steht rechts ein Sofa und links der obligatorische Fernseher. Der Raum ist gerade mal so lang wie das Sofa. Das Wohnzimmer ist durch einen Vorhang von der Küche abgetrennt.
Ich setzte mich auf das alte schmuddelige Sofa und ein Gefühl der Beklemmung und Traurigkeit macht sich in mir breit. Eine riesengrosse Lücke klafft zwischen dem was ich bis jetzt nur aus der Ferne sah und dem, was ich aus meiner Heimat gewohnt bin. Die Not der Menschen aus unmittelbarer Nähe zu erleben, berührt mich sehr und es gibt vorläufig kein Entrinnen. Ich bekomme kaum ein Wort heraus, weiss nicht was ich sagen soll.
Nach einer Weile verabschieden wir uns und ich bin erleichtert, als wir uns auf den Rückweg machen.
Dieses Erlebnis ist jetzt acht Jahre her, aber auch nach unzähligen Favelabesuchen ergreift mich auch heute noch dieses beklemmende Gefühl, als wäre es gestern gewesen.

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Drei Dinge kehren niemals zurück….

Verfasst von Patrick Bucher am 18/05/2009

….Ein abgeschossener Pfeil, ein ausgesprochenes Wort, eine verpasste Chance, sagt ein chinesisches Sprichwort.

Das Leben kann angenehm sein, hart, oder auch beides zusammen. Ein ständiges auf und ab, ein Wechselbad von Sonnenschein und Tiefdruckzonen.
Ein unerschöpfliches Angebot an Gaben und Geschenken umgibt uns währenddessen, aber unsere Sinne sind zu beschäftigt, um es wahrnehmen zu können.
Kinder jedoch erkennen diese Geschenke und Gaben mit natürlicher Leichtigkeit und Spontaneität. Später im Leben scheint man diese Fähigkeit aber zu verlieren, sich an diesen einfachen aber intensiven Eindrücken zu freuen, sei es ein Schmetterling, eine Palme, ein blauer Himmel.
Ausbeutung von Umwelt und Menschen aus Profitgier tragen ihren Teil dazu bei, dass eines Tages der Himmel schwarz ist, im Meer kein Fisch mehr schwimmt und kein Baum mehr steht.
Aber wir schauen lieber weg.

estrela.jpg

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Dengue

Verfasst von Patrick Bucher am 04/05/2009

Die Schweinegrippe ist in aller Munde, aber viel schlimmer ist Südamerika zur Zeit vom Dengue-Fieber betroffen.
Aus mehreren brasilianischen Staaten werden Dengue Ausbrüche gemeldet. Meldungen liegen aus den Bundestaaten Minas Gerais, Espirito Santo, Bahia, Maranhao, Pernambuco, Roraima, Acre, Amapa und Rio de Janeiro vor. Am stärksten ist der Bundesstaat Bahia betroffen, hier wurden bis Ende April mehr als 50.000 Dengue Erkrankungen und 41 Todesfälle registriert, mehr als 3-mal soviel wie im Vergleichszeitraum 2008. Bei hochsommerlichen Temperaturen und Niederschlägen in den nächsten Wochen ist mit steigenden Zahlen zu rechnen.
Hier einge Informationen zu Dengue:
Ansteckung:
Das Dengue-Fieber wird durch das Dengue-Virus ausgelöst und von den Weibchen der Stechmücken der Gattung «Aedes» übertragen.
Symptome und Krankheitsverlauf:
Die Krankheit beginnt nach einer Inkubationszeit von vier bis sieben Tagen. Die Viren vermehren sich vor allem in den weissen Blutkörperchen, von wo sie über Lymphbahnen zu den Lymphknoten und bestimmten Organen wandern, wo sie sich in den Zellen weiter vermehren. Anfänglich tritt ein fleckenartiger Hautausschlag auf. Die Symptome erinnern stark an eine Grippe: Fieber, Kopf-, Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen; besonders charakteristisch sind Rückenschmerzen.
Eine Sekundärinfektion kann allerdings zu einer immunologischen Überreaktion und einem wesentlich gravierenderen Krankheitsverlauf führen. Zusätzlich zu den Symptomen der Primärerkrankung treten innere und äussere Blutungen sowie neurologische Beschwerden auf. Etwa 50 Prozent der Betroffenen sterben, insbesondere Kleinkinder.
Nachweis:
Die Krankheit kann ab dem fünften Tag durch Antikörper im Blut nachgewiesen werden.
Therapie:
Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch, da es keine direkt gegen das Virus gerichteten Medikamente gibt. Besonders wichtig ist es, drei bis vier Liter zusätzlich zu trinken, um den enormen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Zusätzlich werden schmerzstillende und fiebersenkende Mittel verabreicht.
Ein Impfstoff existiert bisher nicht. Man kann sich aber mit Moskitonetzen, den ganzen Körper bedeckender Kleidung und Repellents vor Mückenstichen schützen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Denguefieber

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Ist Gott Brasilianer?

Verfasst von Patrick Bucher am 19/04/2009

Der Bus ist überfüllt, alle drängen sich zusammen.
Ob wir im Leben nur Passagiere sind?
Eine verdammte Hitze, kein Geld in der Tasche.
Ich habe da meine Zweifel, ob Gott Brasilianer ist.
Oh, oh, oh.
Gott fährt nicht Bus, und schon gar nicht Kleinbus.
Aber er müsste doch die Bitten und Beschwerden hören.
Gott hat keine Hautfarbe, kein Geschlecht und keinen Zivilstand.
Bedauernswert, wenn er der“Geschäftsführer“ von Brasilien wäre.
Aber man sagt, er sei überall, in den Warteschlangen,
in den Schuhen, im Boden und in der Luft.
Ich werde ihn weder um etwas bitten noch danken.
Wenn Gott unter uns ist, dann wird er Antworten geben müssen.
Oh, oh, oh.
Du dort oben, nimm mir das nicht übel,
aber unter anderem würde ich gerne wissen,
wie dieses Volk, das leidet,dem es schlecht geht und das hungert,
etwas in die Pfanne bekommt soll,
und Karneval abfeiern, das wäre toll.
Oh, oh, oh.
Ach, lieber Gott,
ich möchte es nur verstehen.

(Frei nach einem Songtext der Gruppe „Terra Samba“, Deus é Brasileiro)

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